Punk in der DDR, Kommissar im Fernsehen:
Bernd Michael Lade verfilmt die geheimen Aufzeichnungen eines gestandenen Kriminalisten
zu den Auflösungerscheinungen im Machtapparat der späten DDR
Im Kino ab 15. September 2016
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Inhalt

Im letzten Jahr der DDR geraten die Genossen der Ost-Berliner „Morduntersuchungskommission“ an ihre Grenzen. Es türmen sich Kriminalfälle, die es im Sozialismus gar nicht geben darf. Die tägliche Entscheidung zwischen Vertuschen und Ermitteln wird für Erstvernehmer Micha mehr und mehr zu einer existentiellen Frage.

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Juni 1988. Berlin, Alexanderplatz. In der Mordkommission – die offiziell Mord-untersuchungskommission heißen muss – tagt die Parteigruppe. Das heißt, es tagt die gesamte Belegschaft, denn alle sind in der Partei. Was nicht bedeutet, dass außer dem Parteisekretär (Torsten Spohn) noch irgendeiner die Parteiarbeit ernst nimmt. Entsprechend gelangweilt lassen die Kriminaler den von Parolen überbordeten Bericht vom letzten Parteitag über sich ergehen. Schlagartig wach und hektisch werden alle, als das Diensttelefon schrillt: Mord. Eine weibliche Leiche wurde gefunden, inmitten von verstreutem Bargeld und Zigarettenkippen. West-Zigaretten! 

Der störrische Micha (Bernd Michael Lade), der mit familiären Problemen zu kämpfen hat und zuhause auf dem Wohnzimmersofa schlafen muss, wird mit den Ermittlungen beauftragt. Kaum hat er damit begonnen, wird ihm klar gemacht, dass gar nicht wirklich ermittelt werden soll. Die Indizien sind eindeutig, beim Täter kann es sich nur um einen Feind des Sozialismus handeln. Damit nichts „anbrennt“, schaltet sich der oberste Vorgesetzte persönlich ein, der General (Wolfgang Hosfeld). Eine neue Leitung wird installiert, die die „von oben“ festgesetzte Ermittlungsrichtung vor- und zur ideologischen Schadensbegrenzung Wodka ausgibt.

Micha hält sich jedoch nicht an die Vorgaben. Er fühlt sich seinem Berufsethos als Kriminalkommissar verpflichtet und ermittelt auf eigene Faust in alle Richtungen. Und wie schon öfter in der Vergangenheit, macht er sich damit nicht nur bei parteitreuen Vorgesetzten in den oberen Etagen unbeliebt, sondern auch bei den Kollegen im Kommissariat. Schon lange geht es denen allem Anschein weniger um den Erfolg der kriminalistischen Arbeit als darum, jegliches Anecken zu vermeiden.


Jeder ist sich selbst der Nächste.
Auch als im Jahr darauf ein Wessi das Kommando der Belegschaft übernimmt, ändert sich daran nichts.
Das heißt doch, natürlich: aus dem Wodka wird ein Whisky.


Das Drehbuch beruht auf den privaten Aufzeichnungen von C. Curd. Hinter diesem Pseudonym steht ein Kriminallpolizist, der viele Jahre in der Morduntersuchungskommission am Alexanderplatz in Berlin gearbeitet hat. Berlin, Hauptstadt der DDR.

Thomas Stecher, spielt im Film den Chef der Morduntersuchungskommission
„… Der Autor hat selbst in der Morduntersuchungskommission in der Keibelstraße am Alex gearbeitet, die Fälle und sogar die Personen sind authentisch und penibel aufgeschrieben. Insofern also mal kein Interpretationsspielraum bei der Frage "Wie war denn die DDR nun wirklich?". Wirklicher geht nicht. Alle am Film Beteiligten kannten das Leben im untergegangenen Land aus eigener Erfahrung, wussten, was sie da spielten … Der Film wird da satirisch bis absurd, wo die Realität satirisch bis absurd war … Das Gefühl, zeitweise "im falschen Film zu sein" deckt sich mit meiner Erinnerung an die Lebensrealität in der DDR … Natürlich begegnet man in unserem Film einer subjektiv erinnerten DDR - aber einer aus erster Hand erinnerten. Und die macht in meinem Fall die HÄLFTE DES LEBENS aus …“

Regisseur Bernd Michael Lade (im Film "Micha")
„Das Geständnis“ war von vornherein so konzipiert, dass sich der Film ganz auf das Schauspiel konzentrieren sollte.  Wir haben auf Beiwerk und Ablenkung verzichtet, was – so glaube ich – sehr geholfen hat, die Spannung unter der Oberfläche sichtbar und spürbar zu machen. Genau diese Atmosphäre ist für mich charakteristisch für die DDR in ihren letzten Tagen. Insofern glaube ich, dass der Film trotz seiner fast schon klaustrophobischen Atmosphäre – oder eben gerade deshalb – ein ganz besonderes Stück Authentizität transportiert, das über das gern gezeigte Tapetenmuster hinausgeht.   Der Film zeigt nicht das, wie „DDR“ in meiner Erinnerung aussieht, er ist vielmehr das, wie sich „DDR“ in meiner Erinnerung anfühlt."

Fotos aus dem Film

Presseagentur

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