Eisenfresser

 Ein Film von Shaheen Dill-Riaz


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Inhalt

In Bangladesch, am einstmals weißen Strand von Chittagong, finden ausgemusterte Tanker und Containerschiffe ihr Ende. Tausende von Arbeitern ziehen die Ozeanriesen mithilfe von Stahl-Seilen an Land: barfuss und mit  bloßen Händen. In den Abwrack-Werften am Strand zerlegen sie in mühsamer Schufterei die rostigen Pötte. „Lohakhor“ nennt man diese Arbeiter in der Landessprache – „Eisenfresser“.

„Ich wollte wissen, wer die Menschen sind, die über Monate für einen Hungerlohn zu uns in den Süden kommen“, sagt Regisseur Shaheen Dill-Riaz, der in der Nähe von Chittagong aufgewachsen ist. Die Werft, die er dazu  besucht hat, trägt den Namen „PHP“. Das steht für „Peace, Happiness and Prosperty“.

Unter diesem viel versprechenden Motto heuern die Kleinbauern Kholil und Gadu seit Jahren Männer aus dem armen Norden an, die meisten davon Verwandte und Nachbarn aus ihrem Dorf. Die alljährliche Hungersnot nach  den Überschwemmungen der Regenzeit zwingt sie, ihre Heimat zu verlassen. Im Süden, in Chittagong, hoffen sie, das Geld zum Überleben ihrer Familien zu verdienen.

Tatsächlich werden sie auf die Werften gelockt und  mit einem komplizierten Geflecht aus nicht ausgezahlten Vorschüssen und Krediten geknebelt. Da sie nur in werfteigenen Unterkünften wohnen und sich nur bei den ortsansässigen Lebensmittelhändlern versorgen können,  sind sie am Ende der Saison hoch verschuldet. Nach Abzug der aufgehäuften Kosten bleibt ihn oftmals nicht genug, um die Heimreise damit zu bezahlen. Ausgebeutet, ausgelaugt und gebrochen sitzen sie in einer  regelrechten Schuldenfalle. Dabei erledigen gerade sie die härtesten und auch gefährlichsten Arbeiten.

Mit Shaheen Dill-Riaz lernen wir ein ausgeklügeltes System von Ausbeutung kennen, aus dessen  verhängnisvollem Kreislauf von Not und Ausbeutung nur wenigen Arbeitern der Ausstieg gelingt.

 

Shaheen Dill-Riaz wurde 1969 in Dhaka, Bangladesch geboren. Zunächst arbeitete als Filmjournalist und war Mitorganisator des International Short Film Festivals Dhaka. 1992 kam er über ein Kultur-Stipendium des Goethe Instituts nach Deutschland. Nach Abschluss seines Studiums in Kunstgeschichte an der FU Berlin begann er 1995 eine akademische Kameraausbildung an der HFF Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Sein Abschlussfilm SAND UND WASSER (2002) zeigt das Leben der Menschen im Jamuna-Delta, wo das Leben der Menschen vom Rhythmus des Wassers, von Dürre und Überflutung bestimmt wird.

SAND UND WASSER wurde mit dem Jahrespreis des DAAD und dem Babelsberger Medienpreis 2002 ausgezeichnet. In seinem zweiten Film DIE GLÜCKLICHSTEN MENSCHEN DER WELT(2005) begleitet Shaheen Dill-Riaz vier junge Leute im Alltag der Megacity Dhaka. Für den dritten abendfüllenden Dokumentarfilm EISENFRESSER verbrachte er Anfang 2005 mit seinem bengalischen Team fünf Monate bei den Arbeitern auf einer Werft am Strand von Chittagong.

Fotos aus dem Film

 

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